Was ist der SARON?
Der SARON (Swiss Average Rate Overnight) ist der Referenzzinssatz des schweizerischen Geldmarkts für Tagesgeld. Er hat den LIBOR CHF im Januar 2022 abgelöst, nachdem international entschieden wurde, die als unzuverlässig erachteten LIBOR-Sätze aufzugeben.
Dieser Übergang ist Teil einer weltweiten Bestrebung, robustere und transparentere Referenzzinssätze zu verwenden. Der SARON ist zum Standard für zahlreiche Finanzprodukte in der Schweiz geworden, insbesondere für variable Hypotheken.
Wie wird der SARON berechnet?
Der SARON wird täglich von SIX Swiss Exchange auf Grundlage der tatsächlichen Transaktionen berechnet, die auf dem Markt für besicherte Geldmarktgeschäfte (Repo) in Schweizer Franken durchgeführt werden. Im Gegensatz zum LIBOR basiert er auf effektiven Transaktionen — nicht auf Bankenmeldungen.
Diese Berechnungsmethode gewährleistet eine höhere Zuverlässigkeit und eine bessere Abbildung der realen Marktbedingungen. Der Zinssatz wird an jedem Geschäftstag gegen 18:00 Uhr veröffentlicht und widerspiegelt die kurzfristigen Finanzierungskosten der schweizerischen Finanzinstitute.
SARON und Hypotheken: Wie funktioniert das?
Die Struktur einer SARON-Hypothek
Die SARON-Hypothek ist kein Festzins, sondern ein variabler Zinssatz. Ihr Zinssatz setzt sich zusammen aus:
- SARON compoundé über die Periode (in der Regel 3 Monate)
- Marge der Bank (fest für die Vertragsdauer)
Beispiel: SARON 3 Monate compoundé (1,2%) + Bankmarge (0,8%) = effektiver Zinssatz 2,0%
Die Fixierungsperioden
Die meisten SARON-Hypotheken verwenden den SARON compoundé über 3 Monate. Das bedeutet, dass Ihr Zinssatz vierteljährlich entsprechend der Entwicklung des SARON neu berechnet wird.
Einige Banken bieten auch Fixierungsperioden von 1 Monat oder 6 Monaten an, was je nach Ihren Präferenzen und Ihrem Risikoprofil mehr Flexibilität bietet.
Auswirkungen der BNS-Entscheide
Die Entscheide der Schweizerischen Nationalbank (BNS) beeinflussen den SARON direkt. Wenn die BNS ihren Leitzins ändert, wirkt sich dies rasch auf den SARON und somit auf Ihre Hypothek aus.
Vorteile und Risiken des SARON
Vorteile
- Historisch langfristig tiefer als der Festzins
- Profitiert direkt von Zinssenkungen der BNS
- Transparenz der Berechnung (basierend auf realen Transaktionen)
- Flexibilität (oft ohne Ausstiegsgebühr am Ende jeder Periode)
- Möglichkeit der Umwandlung in einen Festzins während der Vertragslaufzeit
Risiken
- Variabler Zinssatz — Ihre monatlichen Zahlungen können steigen
- Schwierige präzise Budgetierung der Belastungen
- Bei raschem Anstieg durch die BNS ist eine erhebliche Erhöhung möglich
- Notwendigkeit einer regelmässigen Überwachung der Zinsentwicklung
Steuerung des Zinsrisikos
Um die Risiken zu begrenzen, bieten einige Banken SARON-Hypotheken mit Cap (Obergrenze) oder Klauseln für die automatische Umwandlung in einen Festzins an, wenn bestimmte Schwellenwerte erreicht werden.



