Was Ihnen niemand über Ihre Erneuerung sagt
Jedes Jahr erneuern in der Schweiz Zehntausende von Eigentümern ihre Hypothek. Die grosse Mehrheit tut dies bei ihrer aktuellen Bank, ohne zu vergleichen, ohne zu verhandeln. Sie unterschreiben und gehen zur Tagesordnung über.
Dieser Leitfaden soll Ihnen zeigen, warum dies oft ein kostspieliger Fehler ist – und wie Sie es anders machen können.
Verstehen, worum es wirklich geht
Ihre Hypothek ist wahrscheinlich Ihre wichtigste finanzielle Verpflichtung. Über 10 Jahre entspricht ein Unterschied von 0,3% bei einer Hypothek von CHF 700'000 CHF 21'000. Bei 0,5% sind es CHF 35'000.
Diese Zahlen sind nicht hypothetisch. Es handelt sich um reale Einsparungen, die Eigentümer wie Sie jedes Jahr erzielen, indem sie sich die Zeit nehmen, den Markt zu vergleichen.
Die Frage ist nicht, ob Ihre Bank ehrlich mit Ihnen ist. Das ist sie wahrscheinlich. Die Frage ist, ob sie Ihnen ihren besten Zinssatz anbietet – oder den besten Zinssatz des Marktes. Das sind zwei sehr unterschiedliche Dinge.
Wann sollte man sich darum kümmern
Die goldene Regel: 12 bis 18 Monate vor Ihrer Fälligkeit.
Das ist kontraintuitiv. Viele Eigentümer denken, man müsse bis kurz vor der Fälligkeit warten, um zu handeln. Das Gegenteil ist der Fall.
Ein frühzeitiger Beginn verschafft Ihnen:
- Zeit, mehrere Angebote in Ruhe zu vergleichen
- Die Möglichkeit, bei Bedarf den Kreditgeber zu wechseln (4 bis 6 Wochen Frist)
- Verhandlungsspielraum mit Ihrer aktuellen Bank
- Die Freiheit, ohne Druck die richtige Laufzeit und das richtige Produkt zu wählen
Bei weniger als 2 Monaten bis zur Fälligkeit reduzieren sich Ihre Optionen drastisch. Sie befinden sich in einer Schwächeposition.
Festhypothek, SARON oder gemischt: Was wählen im Jahr 2026?
Das ist DIE Frage, die sich alle stellen. Und die ehrliche Antwort lautet: Es hängt von Ihrer Situation ab.
Die Festhypothek
Sie kennen Ihre monatliche Rate im Voraus für die gesamte Vertragslaufzeit. Keine Überraschungen. Im Gegenzug profitieren Sie nicht von einem Zinsrückgang, falls dieser eintritt.
Geeignet, wenn: Sie Planbarkeit schätzen, Sie kurz vor der Pensionierung stehen, Ihr Budget knapp ist.
Der SARON
Der Zinssatz folgt dem Schweizer Geldmarkt. Er wird alle 3 Monate neu berechnet. Historisch gesehen war er langfristig oft günstiger als der Festzins – kann aber auch steigen.
Geeignet, wenn: Sie über ausreichende finanzielle Kapazität verfügen, um eine Erhöhung aufzufangen, Sie denken, dass die Zinsen stabil bleiben oder sinken werden, Sie einen Verkauf in einigen Jahren in Erwägung ziehen.
Die Mischstrategie
Die Aufteilung Ihrer Hypothek in zwei Tranchen – zum Beispiel 50% in Festhypothek 7 Jahre und 50% in SARON – ermöglicht es, das Risiko zu diversifizieren. Sie legen nicht alle Eier in denselben Korb.
Dies ist oft die empfohlene Strategie für Eigentümer, die keine starke Überzeugung zur Zinsentwicklung haben.
Die 5 Fehler, die die meisten Eigentümer machen
Fehler 1: Den Vorschlag ihrer Bank unterschreiben, ohne zu vergleichen
Dies ist der häufigste und kostspieligste Fehler. Ihre Bank bietet Ihnen das an, was sie Ihnen anbieten möchte – nicht das, was der Markt Ihnen am besten bieten kann.
Fehler 2: Auf den "richtigen Moment" zum Handeln warten
Werden die Zinsen steigen oder fallen? Niemand weiss es mit Sicherheit. Nicht die Ökonomen, nicht die Banken. Auf den perfekten Moment zu warten bedeutet oft, zu lange zu warten.
Fehler 3: Nur ihre aktuelle Bank in Betracht ziehen
In der Schweiz gibt es weit mehr Hypothekarkreditgeber als die grossen sichtbaren Banken. Versicherungen, Pensionskassen, Hypothekarfonds – einige bieten sehr wettbewerbsfähige Konditionen an und sind direkt nicht zugänglich.
Fehler 4: Eine Laufzeit standardmässig wählen
"Ich nehme 10 Jahre, das ist einfacher." Vielleicht. Aber vielleicht auch nicht. Die Laufzeit Ihrer Hypothek sollte Ihren Lebensplänen und Ihrer Markteinschätzung entsprechen – nicht der Bequemlichkeit des Moments.
Fehler 5: Nicht verhandeln
Banken haben Spielraum. Sie nutzen ihn nur, wenn sie einen Wettbewerbsdruck wahrnehmen. Ohne alternatives Angebot in der Hand haben Sie keinen Hebel.
Wie effektiv vergleichen
Sie haben drei Möglichkeiten, den Markt zu vergleichen:
Direkt: Sie kontaktieren mehrere Banken einzeln, reichen bei jeder Ihr Dossier ein, warten auf deren Angebote, vergleichen sie. Das ist zeitaufwändig – rechnen Sie mit mehreren Wochen und Dutzenden von Stunden.
Über einen Online-Vergleichsdienst: Sie erhalten indikative Zinssätze. Nützlich für eine erste Orientierung, aber es handelt sich nicht um feste Angebote basierend auf Ihrem realen Profil.
Über einen unabhängigen Vermittler: Sie reichen Ihr Dossier nur einmal ein. Der Vermittler kontaktiert den gesamten Markt – einschliesslich exklusiver Kreditgeber, die direkt nicht zugänglich sind – und präsentiert Ihnen die besten verfügbaren Angebote für Ihr Profil. Es ist kostenlos für Sie, da der Vermittler von den Finanzinstituten vergütet wird.



